Wie kommt mein Betrieb in Antworten von ChatGPT und anderen KI-Assistenten?
Ihr Betrieb kann in Antworten von ChatGPT und anderen KI-Assistenten erscheinen, wenn diese Dienste Ihre Website abrufen dürfen und dort klare, gut auffindbare Informationen zu Ihrem Angebot finden. Bei ChatGPT regeln Sie den Zugang über die robots.txt Ihrer Website. Für die KI-Übersichten in der Google-Suche gelten laut Google keine zusätzlichen Anforderungen über die normale Suchmaschinenoptimierung hinaus, und eine feste Zusage für eine Nennung macht keiner der Anbieter.
Wie ChatGPT an Informationen über Ihren Betrieb kommt
OpenAI ruft Webseiten mit mehreren Crawlern und Nutzeragenten ab, die jeweils einen anderen Zweck haben. In der Übersicht der OpenAI-Crawler beschreibt das Unternehmen unter anderem diese drei:
- OAI-SearchBot wird genutzt, um Websites in den Suchergebnissen der Suchfunktionen von ChatGPT anzuzeigen.
- GPTBot sammelt Inhalte, die für das Training der generativen KI-Grundmodelle von OpenAI verwendet werden können.
- ChatGPT-User ruft eine Webseite auf, wenn Nutzer:innen in ChatGPT oder einem Custom GPT eine Frage stellen und dafür eine Seite besucht wird. Dieser Agent durchsucht das Web laut OpenAI nicht automatisch.
Für die Frage, ob Ihre Website als Quelle in einer ChatGPT-Suchantwort auftaucht, ist damit der OAI-SearchBot entscheidend. GPTBot betrifft das Training der Modelle und ist ein getrennter Vorgang.
Was Sie in der robots.txt einstellen sollten
Die robots.txt ist eine Textdatei im Hauptverzeichnis Ihrer Website, mit der Sie einzelnen Crawlern den Zugriff erlauben oder untersagen. OpenAI nutzt die Kennungen OAI-SearchBot und GPTBot ausdrücklich dafür, dass Websitebetreiber den Umgang mit ihren Inhalten getrennt steuern können.
Die Folgen der einzelnen Einstellungen beschreibt OpenAI so:
- Sperren Sie OAI-SearchBot aus, wird Ihre Website nicht in Suchantworten von ChatGPT angezeigt. Als reiner Navigationslink kann sie trotzdem erscheinen.
- Sperren Sie GPTBot aus, signalisieren Sie, dass Ihre Inhalte nicht für das Training der KI-Grundmodelle verwendet werden sollen.
- Bei ChatGPT-User greifen die Regeln der robots.txt möglicherweise nicht, weil diese Abrufe von Nutzer:innen ausgelöst werden.
- Nach einer Änderung der robots.txt brauchen die Systeme von OpenAI etwa 24 Stunden, bis sie die neue Einstellung berücksichtigen.
Wenn Sie in ChatGPT-Antworten vorkommen möchten, sollte OAI-SearchBot also Zugriff haben. Ob Sie GPTBot zulassen, können Sie unabhängig davon entscheiden. OpenAI veröffentlicht zu jedem Bot außerdem die verwendeten IP-Adressen als JSON-Datei. Damit können Sie prüfen, ob ein Zugriff in Ihren Server-Logs tatsächlich von OpenAI stammt, und die Adressen freigeben, falls Ihre Website Zugriffe filtert.
Was Google für KI-Übersichten und den KI-Modus verlangt
Für die KI-Übersichten und den KI-Modus der Google-Suche brauchen Sie laut Google keine eigene Optimierung. In der Google-Dokumentation zu KI-Funktionen steht, dass es keine zusätzlichen Anforderungen gibt und keine speziellen Optimierungen erforderlich sind.
Die Voraussetzungen sind dieselben wie für die normale Suche. Eine Seite muss indexiert sein, die technischen Anforderungen der Google-Suche erfüllen und für die Anzeige mit einem Snippet geeignet sein. Als bewährte Vorgehensweisen nennt Google unter anderem:
- wichtige Inhalte als Text verfügbar machen
- Inhalte über interne Links auf Ihrer Website leicht auffindbar machen
- eine gute Nutzererfahrung auf der Seite bieten
- hochwertige Bilder und Videos ergänzen
- strukturierte Daten korrekt einsetzen
- das Google Unternehmensprofil aktuell halten
Wie Sie das Unternehmensprofil pflegen, beschreibt der Ratgeber Google Unternehmensprofil optimieren. Besuche aus den KI-Funktionen zählt Google in der Search Console im Leistungsbericht unter dem Suchtyp „Web“ mit. Mit den Angaben nosnippet, data-nosnippet, max-snippet und noindex steuern Sie, welche Inhalte Google anzeigen darf. Eine solide Suchmaschinenoptimierung ist damit die Grundlage für die Sichtbarkeit in Googles KI-Antworten.
Welche Inhalte KI-Assistenten gut verwenden können
KI-Assistenten können nur mit dem arbeiten, was auf Ihrer Website abrufbar und verständlich formuliert ist. Für einen Handwerks- oder Dienstleistungsbetrieb bedeutet das in der Praxis:
- Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten und Kontaktdaten stehen als Text auf der Website statt ausschließlich in Bildern oder PDF-Dateien.
- Jede wichtige Leistung hat eine eigene Seite mit einer klaren Überschrift und einer kurzen Antwort gleich am Anfang.
- Häufige Kundenfragen werden sachlich beantwortet, etwa zu Ablauf, Terminen oder Voraussetzungen.
- Name, Adresse und Telefonnummer sind auf der Website und im Unternehmensprofil einheitlich.
- Verwandte Seiten sind untereinander verlinkt, damit Crawler alle Inhalte finden.
Diese Punkte decken sich mit den Empfehlungen von Google zu Textinhalten und internen Links. Sie helfen außerdem Menschen, die Ihre Website direkt besuchen.
Was es mit der llms.txt auf sich hat
Die llms.txt ist eine Markdown-Datei im Hauptverzeichnis einer Website, die KI-Systemen eine kompakte Übersicht der wichtigsten Inhalte geben soll. Laut llmstxt.org handelt es sich um einen Vorschlag zur Standardisierung, den Jeremy Howard am 3. September 2024 veröffentlicht hat. Ein offizieller Standard ist die Datei damit nicht.
Der Vorschlag sieht folgenden Aufbau vor:
- eine H1-Überschrift mit dem Namen des Projekts oder der Website, die als einziger Teil Pflicht ist
- einen Zitatblock mit einer kurzen Zusammenfassung
- optional weitere Textabschnitte und Linklisten unter H2-Überschriften
- einen Abschnitt „Optional“ für Informationen, die weniger wichtig sind
Zusätzlich empfiehlt der Vorschlag, Seiten auch als reine Markdown-Version unter derselben Adresse mit der Endung .md anzubieten. Google schreibt dagegen ausdrücklich, dass Sie für die KI-Funktionen der Suche keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien oder Markups erstellen müssen. Sehen Sie die llms.txt deshalb als optionale Ergänzung. Wichtiger ist, dass die Website selbst crawlbar ist und Ihr Angebot verständlich beschreibt.
So prüfen Sie den aktuellen Stand Ihrer Website
Mit einigen einfachen Schritten finden Sie heraus, ob KI-Assistenten und Google Ihre Website überhaupt erreichen können. Die meisten Prüfungen erledigen Sie ohne technische Vorkenntnisse.
- Rufen Sie ihredomain.de/robots.txt im Browser auf und suchen Sie nach Einträgen für OAI-SearchBot und GPTBot sowie nach Sperren, die unter „User-agent: *“ für alle Crawler gelten.
- Prüfen Sie in der Google Search Console, ob Ihre wichtigen Seiten indexiert sind.
- Kontrollieren Sie, ob auf wichtigen Seiten ungewollt noindex oder nosnippet gesetzt ist.
- Suchen Sie in den Server-Logs nach den Kennungen OAI-SearchBot, GPTBot und ChatGPT-User, um zu sehen, ob und welche Seiten abgerufen werden.
- Stellen Sie in ChatGPT und in der Google-Suche Fragen, wie Ihre Kund:innen sie formulieren würden, und notieren Sie, welche Quellen genannt werden.
Wiederholen Sie die letzte Prüfung in regelmäßigen Abständen, denn die Antworten der Assistenten können sich mit jeder Anfrage unterscheiden. Wenn Sie KI auch intern im Betrieb nutzen wollen, lesen Sie den Ratgeber KI im Betrieb und DSGVO.
Growth Media Solution aus Hamm (Westfalen) unterstützt Betriebe dabei, in KI-Assistenten und der Google-Suche sichtbar zu werden, mehr dazu unter GEO und KI-Sichtbarkeit. Wenn Sie Ihren aktuellen Stand besprechen möchten, vereinbaren Sie ein Erstgespräch.